netidee-Förderantrag positiv beantwortet

Was bedeutet das? Das bedeutet, dass unser Förderantrag von der netidee als förderwürdig eingeschätzt wurde. Das bedeutet wiederum, dass die Umsetzung der Bürgerchain finanziell abgesichert ist und einer Realisierung nichts mehr im Weg steht. Ab Jänner 2018 arbeiten wir mit vollem Einsatz an der Umsetzung, bis dahin sind noch viele Dinge zu tun: Wir müssen eine geeignete Unternehmensform finden, die die Bürgerchain betreibt, wir müssen ein solches Unternehmen gründen, wir dürfen nach Wien zur Preisverleihung der netidee (drückt uns die Daumen für den Sonderpreis in der Kategorie „Blockchain!“), wir müssen …

Wie auch immer: Wir freuen uns sehr! Vielen Dank den Verantwortlichen bei der Netidee für das Vertrauen in unser Projekt!

Gesellschaftspolitisches Teil 2

Wahl

Im letzten Beitrag habe ich mich damit befasst, inwiefern es sinnvoll ist, die Teilnahme an und den Zugang zu demokratischen Entscheidungsprozessen zu erleichtern.

Dieses Mal möchte ich thematisieren, wie wichtig es im Zeitalter neuer Medien und sozialer Netzwerke ist, als Organisation mit demokratischen Strukturen mit der Zeit zu gehen. Das trifft auf Vereine und Parteien genauso zu wie langfristig auch auf Gemeinden, Bundeslänger und Staaten.

Vor diesem Zeitalter der neuen Medien waren Informationsflüsse relativ klar: Es gab ein paar Fernsehsender und einige Zeitungen, die Nachrichten verbreiteten – diese wurden in der Familie, am Arbeitsplatz oder am Stammtisch diskutiert. Heute gibt es abseits der Mainstream-Medien zahlreiche Blogs, Nachrichtenportale und Online-Zeitungen; Facebook und Twitter haben dem Stammtisch den Rang abgelaufen. Information und Diskussion findet vor allem im Netz statt – doch statt einer breiteren Diskussion und facettenreicheren Informationsquellen bewegt sich die Mehrheit in dem, was gerne als (Informations)blase bezeichnet wird.

Wahlen und Abstimmungen innerhalb von Parteien und Vereinen erfolgen im Gegensatz dazu in der Regel fernab der Öffentlichkeit und im kleinen Kreis. Meist wird vor solchen Abstimmungen schon festgelegt, welcher Ausgang erwartet wird, echte „Kampfabstimmungen“ sind eine Seltenheit. Diskussionen sind nur sehr eingeschränkt möglich, was oft auch dem straffen Zeitplan von solchen Partei- bzw. Vereinsveranstaltungen geschuldet ist. Die Basis von Parteien bzw. die breitere Öffentlichkeit wird schließlich vor vollendete Tatsachen gestellt. Das mag vor 20 Jahren noch zur damaligen Zeit gepasst haben – heute funktioniert unsere Gesellschaft aber anders, heute führt das zum oft gehörten Vorwurf an die Politik, den Bezug zu „den Menschen“ verloren zu haben. Zeitgemäß wäre es doch, vor einer Wahl bzw. Abstimmung ausgiebig und breit über die jeweiligen Themen bzw. Personen zu diskutieren – natürlich online. Zeitgemäß wäre es, der Basis bzw. der breiteren Öffentlichkeit mit offenem Visier gegenüberzutreten und diese Diskussion als Chance und nicht als Gefahr zu sehen. Zeitgemäß und nur konsequent wäre es, folglich nicht nur die genannte Diskussion, sondern auch die Wahlen und Abstimmungen selbst ins Internet zu verlagern. Genau das wird mit der Bürgerchain ermöglicht.

Gesellschaftspolitisches Teil 1

Was mich bei der Bürgerchain motiviert ist, dass ich es Leuten einfacher machen möchte, als BürgerIn politisch aktiv zu sein. Es soll einfacher sein, sich in einer Partei oder Bewegung einzubringen, es soll einfacher sein mitzugestalten, es soll einfacher sein, sich Gehör zu verschaffen. Aber soll all das wirklich einfach sein? Oder ist es nicht ohnehin gut, dass es gewisse Hürden gibt, um zum Beispiel bei Abstimmungen innerhalb einer Partei mitstimmen zu dürfen? Damit nur jene mitstimmen und mitgestalten, denen auch wirklich etwas an der Sache liegt?

Ich denke nicht. Ich bin selbst aktiv in einer Partei tätig und ich merke, wie allein durch die Wahl des Termins und des Ortes eines Parteitags oder einer Versammlung beeinflusst wird, wer an der jeweiligen Veranstaltung teilnimmt. Meist finden Parteitage in größeren Städten statt, das ergibt auf den ersten Blick durchaus Sinn. Die Teilnahme und somit die Möglichkeit, aktiv zu werden, ist somit aber auch für StadtbewohnerInnen meist wesentlich leichter als für die Landbevölkerung. Auch die Wahl des Termins (abends? am Wochenende oder an einem Wochentag?) erschwert oder verunmöglicht es immer wieder Personen, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. Wäre die Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen nun nicht mit der Anwesenheit bei Parteitagen oder ähnlichen Veranstaltungen verbunden, würde man plötzlich einem viel breiteren Publikum ermöglichen, aktiv an solchen Prozessen teilzunehmen. Genau das wäre mit der Bürgerchain möglich.

Weiters bin ich der Meinung, dass die Bürgerchain helfen kann, der Tendenz zu extremen Standpunkten in der österreichischen Politik entgegenzuwirken. Die Basis der Parteien in Österreich ist ja teilweise recht breit und deckt viele Gesellschaftsschichten ab, viele Mitglieder von der Basis nehmen aber aus welchen Gründen auch immer eher selten an Veranstaltungen, Parteitagen und Kongressen teil. Diejenigen, die wiederum teilnehmen, vertreten oft extremere Standpunkte als die Durchschnittsmitglieder oder gar die Durchschnittsbürger. Somit setzen sich diese extremen Standpunkte innerhalb der Parteien oft eher durch, was es wiederum oft erschwert ob der weit voneinander entfernten Standpunkte mit anderen Parteien einen Konsens zu finden. Von der Bürgerchain erwarte ich mir, dass ein breiteres Publikum an Entscheidungsfindungsprozessen teilnimmt, was zu moderateren Standpunkten führt. Als Konsequenz daraus erhoffe ich mir wiederum, dass es einfacher sein wird, parteiübergreifend Kompromisse zu finden und dass es zu einem konstruktiven, von breiten Mehrheiten gestützten Miteinander kommt.

Über den politischen Diskurs, Gesprächskultur und das Internet als Diskussionsplatform möchte ich in einem späteren Blogpost schreiben…

Netidee-Förderantrag eingereicht….

Die Netidee fördert spannende Projekte, die positiv für das Internet (und dessen Nutzung) in Österreich sind. Wir haben einen Förderantrag eingereicht, jetzt heißt es warten, ob wir auch eine Förderung bekommen. Drückt uns die Daumen!