Gesellschaftspolitisches Teil 1

Was mich bei der Bürgerchain motiviert ist, dass ich es Leuten einfacher machen möchte, als BürgerIn politisch aktiv zu sein. Es soll einfacher sein, sich in einer Partei oder Bewegung einzubringen, es soll einfacher sein mitzugestalten, es soll einfacher sein, sich Gehör zu verschaffen. Aber soll all das wirklich einfach sein? Oder ist es nicht ohnehin gut, dass es gewisse Hürden gibt, um zum Beispiel bei Abstimmungen innerhalb einer Partei mitstimmen zu dürfen? Damit nur jene mitstimmen und mitgestalten, denen auch wirklich etwas an der Sache liegt?

Ich denke nicht. Ich bin selbst aktiv in einer Partei tätig und ich merke, wie allein durch die Wahl des Termins und des Ortes eines Parteitags oder einer Versammlung beeinflusst wird, wer an der jeweiligen Veranstaltung teilnimmt. Meist finden Parteitage in größeren Städten statt, das ergibt auf den ersten Blick durchaus Sinn. Die Teilnahme und somit die Möglichkeit, aktiv zu werden, ist somit aber auch für StadtbewohnerInnen meist wesentlich leichter als für die Landbevölkerung. Auch die Wahl des Termins (abends? am Wochenende oder an einem Wochentag?) erschwert oder verunmöglicht es immer wieder Personen, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. Wäre die Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen nun nicht mit der Anwesenheit bei Parteitagen oder ähnlichen Veranstaltungen verbunden, würde man plötzlich einem viel breiteren Publikum ermöglichen, aktiv an solchen Prozessen teilzunehmen. Genau das wäre mit der Bürgerchain möglich.

Weiters bin ich der Meinung, dass die Bürgerchain helfen kann, der Tendenz zu extremen Standpunkten in der österreichischen Politik entgegenzuwirken. Die Basis der Parteien in Österreich ist ja teilweise recht breit und deckt viele Gesellschaftsschichten ab, viele Mitglieder von der Basis nehmen aber aus welchen Gründen auch immer eher selten an Veranstaltungen, Parteitagen und Kongressen teil. Diejenigen, die wiederum teilnehmen, vertreten oft extremere Standpunkte als die Durchschnittsmitglieder oder gar die Durchschnittsbürger. Somit setzen sich diese extremen Standpunkte innerhalb der Parteien oft eher durch, was es wiederum oft erschwert ob der weit voneinander entfernten Standpunkte mit anderen Parteien einen Konsens zu finden. Von der Bürgerchain erwarte ich mir, dass ein breiteres Publikum an Entscheidungsfindungsprozessen teilnimmt, was zu moderateren Standpunkten führt. Als Konsequenz daraus erhoffe ich mir wiederum, dass es einfacher sein wird, parteiübergreifend Kompromisse zu finden und dass es zu einem konstruktiven, von breiten Mehrheiten gestützten Miteinander kommt.

Über den politischen Diskurs, Gesprächskultur und das Internet als Diskussionsplatform möchte ich in einem späteren Blogpost schreiben…

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